neues Reisekostenrecht 2014

Änderungen im Reisekostenrecht ab 2014:                                                     

Im steuerlichen Reisekostenrecht ergeben sich ab 2014 Vereinfachungen und finanzielle Verbesserungen bei den Verpflegungsmehraufwendungen für Berufsgruppen, die überwiegend auswärts tätig sind.

Bei einer beruflichen Auswärtstätigkeit kann bei einer Abwesenheit von mehr als 8 Stunden eine Verpflegungspauschale von 12 Euro als Werbungskosten abgezogen bzw. steuerfrei durch den Arbeitgeber erstattet werden.

Bei mehrtägigen Auswärtstätigkeiten kann für den An- bzw. Abreisetag ohne Prüfung von Abwesenheitszeiten eine Verpflegungspauschale von 12 Euro gewährt werden.

An die Stelle der regelmäßigen Arbeitsstätte tritt die neue Definition der ersten Tätigkeitsstätte. Bei der steuerlichen Abziehbarkeit von Fahrtkosten und der Besteuerung von Dienstwagen bei Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte führt dies zu mehr Rechtssicherheit.

Weitere Regelungen betreffen die doppelte Haushaltsführung sowie die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Verpflegung anlässlich einer auswärtigen beruflichen Tätigkeit.

Folgende Punkte sollten Arbeitgeber beachten:

Thema

Hinweis / Praxistipp für Arbeitgeber

Arbeitgeber sollten in Absprache mit dem Arbeitnehmer versuchen, die steuergünstigste Arbeitsstätte als erste Tätigkeitsstätte zu definieren. Aus Arbeitnehmersicht ist es i.d.R. günstiger, die vom Wohnort weiter entfernte, aber durchaus häufig aufgesuchte Tätigkeitsstätte nicht als erste Tätigkeitsstätte zu bestimmen.
Arbeitgeber sollten im Hinblick auf die Jahreswende 2013/ 2014 die Firmenwagenbesteuerung prüfen. Haben Arbeitnehmer mit Firmenwagen ab 2014 jetzt eine erste Tätigkeitsstätte muss eine Besteuerung des geldwerten Vorteils für die Wege zwischen Wohnung Arbeitsstätte erfolgen.
Wie hoch ist für Arbeitnehmer ab dem 1.1. 2014 der Anspruch auf steuerfreie Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen? Bei einer beruflich veranlassten Abwesenheit von der Wohnung bzw. von der ersten Tätigkeitsstätte von 8 Stunden besteht jetzt Anspruch auf eine Pauschale von 12 Euro statt auf 6 Euro. An Ab- und Anreisetagen besteht generell Anspruch auf 12 Euro.
Die Besteuerung von im Rahmen von Auswärtstätigkeiten vom Arbeitgeber gewährten Mahlzeiten ist anzupassen. Mahlzeiten mit einem Preis von bis zu 60 Euro werden typisierend mit dem Sachbezugswert erfasst. Die mit dem Sachbezugswert bewerteten Mahlzeiten werden ferner generell nicht besteuert, wenn dem Arbeitnehmer für die auswärtige Tätigkeit eine Verpflegungspauschale zustehen würde.
Arbeitgeber sollten prüfen, ob ihren Arbeitnehmern nicht für einen längeren Zeitraum oder für einen neuen Zeitraum Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen steuerfrei erstattet werden können. Zu beachten ist, dass ab 2014 bei einer Unterbrechung der Auswärtstätigkeit von 4 Wochen generell eine neue Dreimonatsfrist beginnt. Der Unterbrechungsgrund spielt keine Rolle mehr.
Die Voraussetzungen für eine doppelte Haushaltsführung sollten überprüft werden. Ggf. liegt keine steuerbegünstigte doppelte Haushaltsführung mehr vor. Enger als die bisherige Praxis setzt das Vorliegen eines eigenen Hausstands das Innehaben einer Wohnung sowie eine finanzielle Beteiligung an den Kosten der Lebensführung voraus.
Ist ab 2014 im Rahmen einer anerkannten doppelten Haushaltsführung ggf. ein höherer oder niedriger Aufwand für die Unterkunft am Beschäftigungsort begünstigt? Mehraufwendungen für eine berufsbedingte doppelte Haushaltsführung können ab 2014 unabhängig von der Größe der Wohnung bis zu 1.000 Euro pro Monat berücksichtigt werden.
Ist der Arbeitgeber bereit in Fällen, in denen dem Arbeitnehmer Mahlzeiten gewährt werden, Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen aber nicht zustehen, die individuelle Lohnbesteuerung beim Arbeitnehmer zu vermeiden? Die mit dem Sachbezugswert bewerteten Mahlzeiten können vom Arbeitgeber vereinfacht mit 25% pauschal besteuert werden.
Arbeitgeber sollten prüfen, ob sie weiterhin Fahrtkosten in der tatsächlichen Höhe (steuerfrei) erstatten können, wenn sich die Arbeitnehmer typischerweise arbeitstäglich an einem Ort, z.B. am Betriebsgelände treffen, um von dort etwa mit dem Firmenbus zu den Baustellen gebracht zu werden.

 

 

 

Quelle: NWB

Legt der Arbeitgeber arbeitsvertraglich fest, dass der Arbeitnehmer sich typischerweise arbeitstäglich an einem dauerhaft festgelegten Ort einfinden soll, um von dort seine unterschiedlichen eigentlichen Einsatzorte aufzusuchen, werden die Fahrten dorthin wie Fahrten zu einer ersten Tätigkeitsstätte behandelt. Folge daraus ist, dass Zuschüsse des Arbeitgebers dann nicht mehr steuerfrei sind. Ggf. sollte auf eine entsprechende arbeitsvertragliche Festlegung verzichtetet werden.